Also, am siebten März ging es auf zum Seminar. Ruy hat uns lieberweise gefahren, so dass wir um fünf Uhr morgens ganz entspannt, wenn auch verpennt zum Flughafen aufgebrochen sind. Die Aussicht aus dem Flugzeug war einfach nur toll. Die Sonne ist gerade aufgegangen und der ganze Himmel war gelb und rosa, nur die Spitze unserer Insel ragte schwarz aus den Wolken.
Kaum zu glauben, dass schon mehr als die Hälfte der Zeit hier vorbei ist, das ist mir auf dem Seminar erst richtig bewusst geworden...
Nachdem wir in Barcelona gelandet waren, haben wir erstmal zwei Stunden gebraucht, um unser Gepäck wiederzubekommen und den Zug zu finden, der uns in die Stadt gebracht hat. Dieser Flughafen ist einfach echt ätzend groß.
Unser Hostel haben wir dann aber relativ problemlos gefunden, es war nur zehn Minuten von der Sagrada Familia weg und man durfte die Wände bemalen, wenn man wollte (Graffiti-Hostel halt ;) ), das war echt cool. Den Rest des Tages haben wir dann genutzt um zu Sagrada Familia und in die Altstadt zu laufen und dort in einem total winzigen, aber guten Café Pizza und Cupcakes zu essen. Außerdem lagen wir zwischendurch in einem Park in der Sonne und haben uns darüber gefreut, dass es in Barcelona Wiese gibt. Die gibt es hier nämlich überhaupt nicht. "Gänseblümchen!" - "Was? Gänseblümchen? Oh mein Gott, Gänseblümchen!"
Generell sah die Landschaft dort viel deutscher aus als hier.
Am nächsten Morgen sind wir mit dem Zug nach Sils gefahren, ein winziges Kaff eine Stunde von Barcelona entfernt, in dessen Nähe aber unser echt schönes Seminarhaus steht. Wir waren die ersten, die ankamen und konnten uns so gleich unser Lieblingszimmer reservieren, dann haben wir mit den Teamern auf die anderen Freiwilligen gewartet, die so nach und nach eintrudelten. Es war echt richtig schön, alle wiederzusehen und zu hören, wie es ihnen geht.
Insgesamt war das Zwischenseminar eigentlich echt entspannt (ich habe mehr geschlafen als das ganze letzte halbe Jahr) und wir hatten viel Gelegenheiten über die Arbeit und alles andere zu sprechen. Das war echt gut, einfach mal von allem etwas Abstand zu haben, um wieder richtig wertschätzen zu können, was wir hier haben.
Außerdem haben wir genäht, gut gegessen, viel diskutiert (Y) uns selbst analysiert und die üblichen pädagogischen Spiele gespielt ;). Echt eine schöne Woche.
Uuuund: Wir durften Keks adoptieren. Keks ist die Schildkröte in Hannas Hand und das IJGD-Maskottchen. Auf jeden Fall erkundet Keks jetzt mit uns Gran Canaria :).
Nach dem Seminar hatten wir noch anderthalb Tage in Barcelona Zeit bis mein Flieger zu mal wieder echt unchristlicher Zeit (6 Uhr 30) nach Hause abflog.
Dieses Mal haben wir in der WG von Jenny und Dörte geschlafen, wo wir total lieb und ziemlich lecker umsorgt wurden. Nochmal vielen Dank!
Am 14. sind wir zum Plaza Catalunya gelaufen, um uns die beleuchteten Brunnen und die Aussicht über die Stadt anzusehen. Das war echt schön, aber leider hatten Hanna und ich beide ziemliche Bauchschmerzen, also sind wir sehr früh wieder zurückgegangen.
Am nächsten Morgen sind wir dann aber zur Markthalle, die, wie alles in Barcelona, einfach unglaublich groß und überfüllt ist. Selbst die Häuser in der Altstadt sind sechs-stöckig... In der Markthalle gibt es echt so ziemlich alles, was irgendwie essbar ist. Über Innereien ("Seit wann kann man Lunge essen?") und Fischen (sehr geruchsintensiv und vor allem noch sehr lebendig. Die armen Krebse liegen da mit zusammengebundenen Scheren auf dem Eis und zappeln vor sich hin.) bis zu Schokolade und dann doch auch Obst und Gemüse.
Später bin ich selbst nochmal alleine losgezogen und am Strand entlang in die Altstadt, die Rambla hoch, mir schon mal den Plaza Espanya (Katalan ist echt merkwürdig und auch das Festland-spanisch, die betonen doch echt das S am Ende von adios :D ) angucken, wo ich dann in der Nacht umsteigen musste, um zum Flughafen zu kommen und wieder zurück. Insgesamt hat mir Barcelona echt gut gefallen, aber ich war so froh, als ich endlich in Las Palmas aus dem Bus gestiegen bin, ich mich auskannte, die Straßen nicht vierspurig und immer überfüllt waren, man atmen konnte und es vor allem einfach so schön ruhig und warm (es war so kalt nachts, wir konnten nicht mal den Pool des Seminarhauses ausnutzen, was natürlich nichts daran änderte, das irgendwann unfreiwillig doch wer drin landete) war. Barcelona ist echt einfach nur voll und groß. Deshalb habe ich auch die Nacht vor dem Flug durchgemacht und habe schon um halb 3 den Nachtbus genommen. Als ich am Flughafen ankam, waren die Gepäckschalter auch noch geschlossen (ich hatte nur Handgepäck) und überall lagen schlafende Gestalten. Auch die Sicherheitskontrolle hat gerade erst aufgemacht, trotzdem saß ich nur etwa anderthalb Stunden am Gate rum. Viiiiel zu groß, diese Stadt :D.
Letzte Woche Freitag war ich mit Annika paragliden. Ein bisschen nervös war ich schon vorher, aber Abflug und Landung waren echt gar nicht so schwer. Der Typ meinte "okay, wir laufen jetzt Richtung Meer", in dem Moment fuhr der Wind in das Segel und wir hingen schon drei Meter in der Luft :D.
Dann sind wir eine Weile einfach da rumgeflogen, haben uns die Stadt von oben angesehen und sind durch die Luft gekreiselt. Das war echt total cool wenn auch unglaublich kalt :) ("pero los alemanes no tienen frío" sí, lo tenemos).
Ansonsten haben wir letztes Wochenende mit Grillen und Tapas Thommys Geburstag gefeiert.
Dieses Wochenende waren wir mal wieder wandern. Da wir zu sechst waren, mussten wir einen Kleinbus mieten, deshalb waren Nora (noch eine, die in der deutschen Schule arbeitet) und zwei Freundinnen von ihr auch noch dabei, so dass alles neun Plätze besetzt waren. Wir sind dann zum Embalse (kanarisch für Stausee) de las Cuevas de las Niñas gefahren und haben diesen dann zu Fuß umrundet. Landschaftlich sieht es dort echt nochmal ganz anders aus als in allen Teilen der Insel, in denen wir bis jetzt waren. Der Rückweg gestaltete sich anders als geplant, da wegen einer Rallye unsere eigentliche Straße gesperrt war. So sind wir also mal wieder die Serpentinenstraße an der Westküste hochgefahren. Das hat sich aber echt gelohnt, die Sicht auf Teneriffa war so klar wie wir es erst ein einziges Mal an unserem ersten oder zweiten Abend hier gesehen haben.
Den Abend, bzw. die Nacht haben wir am Strand verbracht. Es ist endlich wieder warm genug dafür. Der Sommer kommt :). Ja, auch hier gibt es so was wie Jahreszeiten :P.
Heute waren wir surfen, nach dem Sturm am Freitag waren die Wellen wieder auf zwei Meter geschrumpft, aber noch richtig schnell. So konnten wir auch mit unseren eigenen Brettern endlich mal kleine Erfolgserlebnisse verbuchen.
So, das war's. Ist doch wieder fast so lang geworden wie die erste Version dieses Posts. Also, buenas noches y hasta pronto.
So, das war's. Ist doch wieder fast so lang geworden wie die erste Version dieses Posts. Also, buenas noches y hasta pronto.


