Neuigkeiten vorweg: beim Sommercamp haben sich für die zweite Hälfte nicht mal die Hälfte der Kinder angemeldet, weshalb ich nur noch eine Woche hätte arbeiten können, da es Hanna im Kindergarten aber nicht besonders gefallen hat und wir nach einem Jahr mit Kindern irgendwie auch nicht mehr ganz so wild auf arbeiten sind, haben wir beschlossen, aufzuhören und stattdessen gemeinsam nach El Hierro zu reisen und die letzten Ziele, die es hier auf Granne noch zu sehen gibt, abzuklappern.
Ein kleines "Geschenk" habe ich vom Colegio aber noch mitgenommen. Läuse -.- und das nicht zu knapp. Wahrscheinlich habe ich mir die letzte Woche eingefangen, als wir mit den Kindern in der Schule übernachtet haben. Sehr viele Kinder über einen langen Zeitraum in unmittelbarer Nähe und dann auch noch in einem Raum mit sehr vielen Kissen und Schlafsäcken... Die Übernachtung war ziemlich anstrengend, weil wir einfach 30 Stunden am Stück mit den Kiddies zusammen waren. Ich hatte die 1b, die Kleinen haben relativ früh geschlafen, aber der eine meinte dann, er hätte Bauchweh und wolle nach Hause, nachts um drei kam der Nächste, er hätte ins Bett gemacht und um viertel vor sieben waren sie dann alle wieder wach... Jedenfalls stehen meine Klamotten in Tüten verpackt in meinem Zimmer herum, die Waschmaschine läuft auf Dauerschleife und meine Haare sind ein einziges zotteliges Trauerspiel.
Kommen wir zu schöneren Themen. Hanna und ich sind am Freitagabend nach Lanzarote geflogen. Die Binter-Maschinen sind echt gruselig, die haben noch Propeller, sind winzigklein und vor allen Dingen laut. Aber sie bringen einen innerhalb von 40 Minuten zwei Inseln weiter ins Vulkanparadies ;). Ein Auto konnten wir direkt am Flughafen mieten und bis zu unserer Pension in Puerto del Carmen waren es dann nur noch sechs Kilometer. Dort sind wir dann einfach nur noch total fertig in die Betten gefallen. Am Samstag haben wir den Süden unsicher gemacht, mit Kaffee, Baguette und Schokolade bewaffnet ging es erstmal zum Frühstücken nach Playa Quemada und von da weiter nach La Geria, wo in der Vulkanerde sehr mühselig Wein angebaut wird. Für jede Pflanze wird ein Loch gebuddelt und ein halbrundes Mäuerchen errichtet. Ich will gar nicht wissen, was der edle Tropfen dann kostet.
Von da aus sind wir in einem Bogen zum Nationalpark Timanfaya gefahren, wo im 18. Jahrhundert jahrelang immer wieder Vulkane ausgebrochen sind, so dass man heute ein riesiges Lava- und Trümmerfeld, besichtigen kann, das immer wieder von Kratern und Erhebungen durchbrochen wird. Total schön, aber leider nur mit einer 9€ teuren Bustour zu erreichen. Das hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.
Danach ging es weiter nach unten, an den Hervidores vorbei, zu "El Golfo", ein halb im Meer versunkener Krater mit See und sehr beeindruckenden Felsformationen. Dann ging es noch weiter, an den Salzsalinen vorbei bis zu den Papagayostränden, die schönsten Strände, an denen ich bisher gewesen bin, dort wurde gebadet und dann sind wir wieder zurück in die Pension.
Am Sonntag war dann der Norden dran, wo wir erst die "Cueva de los Verdes" besucht haben, eine Höhle, die sich im Inneren eines Vulkanstroms gebildet hat. Eine ziemlich gute Führung und eine "Überraschung" (darf nicht verraten werden, sonst regnet es auf Lanzarote^^) später sind wir weiter Richtung Mirador del Rio gefahren, vorbei an einem riesigen Lavafeld und weißem Strand (Naturbecken, Krebse und Fische inklusive). Vom Mirador aus hat man eine wunderschöne Sicht auf La Graciosa, die nördlichste bewohnte Insel der Kanaren und die zwei Felsinseln dahinter. Zum Schluss sind wir noch zur Isleta gefahren und in die Hauptstadt, die allerdings so verschlafen ist, dass wir ziemliche Schwierigkeiten hatten, nachmittags um fünf ein Restaurant zu finden.
Mit dem Flieger ging es dann wieder zurück und am Flughafen wurde dann sofort der Liveticker eingeschaltet und ins Taxi gesprintet, so dass wir zumindest noch die Verlängerung sehen konnten. Nach Jubel und Abschied von Thommy, der heute geflogen ist, ging es dann nach Hause. Das war's erstmal, ich versuche mal, das eingebildete oder reale Jucken und Kribbeln zu ignorieren und zu schlafen. Gute Nacht! Bis in weniger als einem Monat, wie Wencke heute festgestellt hat.
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